Prof. Dr. Erich Kasten
Prof. Dr. Erich Kasten

Motorräder

BMW R 67/3, Baujahr 1955, 600 ccm, 28 PS, grüner Rahmen mit grauem Tank, Trommelbremsen vorne und hinten, aus alten hamburger Polizeibeständen. Vorne noch mit der Telegabel, die Modelle danach hatten dann ja Schwinge. Hoske-Tank und Hoske-Tüten. 1972 erworben und erstmal etwas bunter lackiert. Das war seinerzeit in der Flower-Power-Zeit geradezu Pflicht. Später die Sitzbank bezogen. Irgendwann hab' ich dann mal die Lichtmaschine vergeigt und es musste eine andere her. Ebay gab's damals noch nicht; das lief alles über den Kleinanzeigen-Teil in "DAS MOTORRAD". Übrigens machte man damals noch alles selbst am Motorrad, mit dem Bock in die Werkstatt zu fahren, galt als absolut oberpeinlich. 1976 dann ein abgerissenes Pleuel, das sich im Motorraum verkantet hatte. Puuuuh... Einbau eines R50-Motors mit 500 ccm, der hatte leider nur noch 26 PS. Mit steigendem Alter gefiel mir das Bunte nicht mehr so und der Tank wurde nun schwarz lackiert. Außerdem wurde eine Heinrich-Verkleidung angebaut. Die hatte sogar zwei Blinker vorne!!! Blinker am Motorrad waren damals noch nicht Pflicht. Außerdem bekam sie einen englischen Seitenständer, der total originell am Sturzbügel angebracht war. Seitenständer kannte man damals in Deutschland nur von den Harleys, BMWs wurden "ordentlich" aufgebockt. Der Mann vom TÜV fand die Seitenständer-Eigenkonstruktion leider nicht so lustig... 1977 habe ich mit einem Ingenieur aus Bantorf bei Hannover den Motor völlig neu gelagert. Danach lief sie absolut sauber und sprang schon an, wenn man den Kickstarter nur scharf anguckte (E-Starter gab's damals für Motorräder auch noch nicht). 1977 wurde mir das nostalgische Teil dann in Kiel vor dem Sport-Forum geklaut. Darüber bin ich heute noch sauer.

1978 erwarb ich dann eine BMW R 60/5, auch 600 ccm, 40 PS, Baujahr 1972, Trommelbremsen vorne und hinten, in polaris-metallic. Als erstes wurde eine elektronische Zündung eingesetzt. Später wurden Krauser-Packtaschen und Krauser-Topcase und eine (damals schwer zu bekommende) Avon-Verkleidung angebaut, die auch die Polizei-Motorräder seinerzeit hatten. Das ganz sah dann auf den 1. Blick auch aus wie eine Polizeimaschine und hat mir immer zu viel Ruhe im Straßenverkehr verholfen. Irgendwann habe ich dann mal eine Tankanzeige aus einem alten VW ausgebaut und in die BMW eingebaut und war damals einer der ganz wenigen mit Tankuhr am Motorrad. Ansonsten wurden nur Verschleißteile ausgewechselt, Ventilspiel eingestellt, Bowdenzüge ausgewechselt etc.. Sie fuhr... und fuhr... und fuhr. Manchmal sprang sie bei Regen nicht an; ansonsten kann ich ihr nichts Böses nachsagen. Leidig war nur, dass die Batterien noch die kleine war (kurz danach gab's dasselbe Modell mit größerer Batterie) und dass der Kickstarter winzig-kurz war. Um sie bei leerer Batterie anzutreten, musste man regelrecht auf den Kickstarter draufspringen. Um die Batterie zu schonen, hab ich sie aber fast immer angetreten. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Irgendwann mit weit über 100.000 km habe ich sie dann mit total schlechtem Gewissen verkauft, man hätte zuviel dran machen müssen.

Nach einigen Jahren Motorradabstinenz hab ich mir 2006 die BMW R1100R geholt. Baujahr 1997 (trotz ihres Alters hatte sie aber gerade mal 24.000 km runter), 1.085 ccm, 57 kW, in montagsblau, mit dekorativer Frontscheibe vorne und nacktschwarzem Topcase hinten. Scheibenbremsen vorne und hinten, Einspritzmotor, ABS. Der Kickstarter fehlt mir sehr und als erstes hab' ich dann zur Sicherheit eine nagelneue Gel-Batterie eingebaut. Nett finde ich, dass sie Seiten- und Mittelständer hat; da kann man sich immer entscheiden. Trotz ihres etwas unhandlichen Gewichts ist es übrigens sonderbar leicht, sie auf den Hauptständer zu ziehen. Ansonsten lief sie, wie ihre beiden Vorgängerinnen, treu und brav. 2014 hab ich mich dann entschieden mit dem Motorradfahren aufzuhören. Irgendwie liegt mir das Radfahren eigentlich doch mehr. 

So. Die BMW R1100R ist nun auch weg. Ich habe mich definitiv für dieses Modell entschieden. Wird wohl mein letztes Motorrad sein.
Na gut... Das Lego-Motorad war mein vorletztes. Dieses Duplo-Modell in spinatgrün MUSSTE ich mir einfach anschaffen.